Wahlprogramm

beschlossen am 2.12.25


Heroldsberg zusammen mit Großgeschaidt und Kleingeschaidt ist eine lebendige, attraktive Gemeinde. In Vereinen und Initiativen, den Feuerwehren, dem BRK und der Wasserwacht, den Kirchen und der Marktgemeinde sowie den Kooperationen untereinander wird gesellschaftliche Vielfalt generationsübergreifend sichtbar gelebt.

Seit der letzten Kommunalwahl sind wir mit Herausforderungen konfrontiert, die uns bis heute einiges abverlangen. Die finanzielle Lage in Heroldsberg hat sich – wie in vielen anderen Gemeinden – spürbar verschlechtert. Dennoch konnten in den vergangenen Jahren wichtige Projekte erfolgreich umgesetzt werden oder befinden sich aktuell in der Umsetzung, wie beispielsweise der Geh- und Radweg im Gründlachtal, die neue barrierefreie Fußwegeverbindung am Felsenkeller, die Abwasserüberleitung nach Nürnberg und die Sanierung der Schustergasse.

Durch den anhaltenden Rückgang der Gewerbesteuereinnahmen hat sich der Schuldenstand der Marktgemeinde seit der letzten Kommunalwahl mehr als vervierfacht und liegt nun deutlich über dem Landesdurchschnitt. Der kommunale Gestaltungsspielraum ist vorerst sehr begrenzt und die Umsetzung geplanter Projekte unsicher. Das ist die reale Situation, vor der wir aktuell stehen. Weitere Anstrengungen werden erforderlich sein, um unseren Gestaltungsspielraum wieder zu erweitern.

In Zeiten wie diesen ist gesellschaftlicher Zusammenhalt wichtiger denn je. Wir brauchen Transparenz, offene Dialoge und mehr Beteiligung aller Bürgerinnen und Bürger. Gerade jetzt! Mehr fragen, mehr zuhören und mehr miteinander reden. Gemeinsam gestalten wir unsere Zukunft.

Kinderbetreuung – stärken


Gute Kinderbetreuungseinrichtungen – ob von der Gemeinde oder freien Trägern – sind zentrale Lebens- und Lernorte für unsere Kinder. Ob in der Krippe, Kita, im Hort oder in der Offenen Ganztagsschule – dort entwickeln Kinder grundlegende Fähigkeiten für ihr späteres Leben. Gleichzeitig ist eine funktionierende Kinderbetreuung Grundvoraussetzung für viele Eltern, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen.

Heroldsberg ist bei der Kinderbetreuung seit Jahren gut aufgestellt und es gilt auch in der aktuellen schwierigen Situation, für eine bedarfsgerechte und flexibel gestaltete Kinderbetreuung zu sorgen.


Mensch und Natur – zusammendenken


Wir alle wünschen uns auf die eine oder andere Weise ein gutes Leben in einer intakten Natur. Jeder Beitrag, den wir persönlich dazu leisten, ist wichtig. Die zunehmende Veränderung des Klimas, Extremwetterereignisse und der Rückgang der Artenvielfalt haben längst gravierende Auswirkungen auf uns und unsere Umwelt. Den Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen verstehen wir als zentrale Aufgabe der Kommunalpolitik, die bei jeder Maßnahme mitgedacht werden muss. Dazu gehören unter anderem die Förderung der Artenvielfalt auf gemeindlichen Flächen, der Schutz sowie die Neupflanzung von Bäumen. Maßnahmen zum Hitzeschutz im öffentlichen Raum, z.B. durch Beschattung und Trinkwasserbrunnen, werden zunehmend an Bedeutung gewinnen. Unser Ziel ist, die Tongrube am Mistelberg und das zugehörige Gelände als Biotop und als Naherholungsgebiet zu bewahren.


Erneuerbare Energien – nutzen


Der Umbau unseres Energiesystems ist in vollem Gange. Dieser Transformationsprozess ist sehr komplex und bedarf unserer besonderen Aufmerksamkeit. In einem dezentralen, regenerativen Energiesystem sehen wir die beste Gewähr für Versorgungssicherheit und langfristig bezahlbare Energiepreise.


Dies ist nicht nur für uns im privaten Bereich wichtig, sondern auch für die Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft unerlässlich. Die notwendigen technologischen Innovationen sind vorhanden und entwickeln sich ständig weiter. Viele Bürgerinnen und Bürger sowie lokale Firmen haben bereits Photovoltaikanlagen oder Wärmepumpen installiert. Die Marktgemeinde leistet mit einer Vielzahl von Anlagen ebenfalls ihren Beitrag und prüft nun die Umsetzung von weiteren Energieeinsparmaßnahmen für kommunale Gebäude.
Langfristig wird der Haushalt durch geringeren Energieverbrauch entlastet und die Anfälligkeit gegenüber Energiepreisschwankungen reduziert. So sind wir bereits ein ganzes Stück auf diesem Weg vorangekommen.


Gleichzeitig sehen wir in Heroldsberg noch viel Potential sowohl auf unseren Dachflächen, durch Balkon-Kraftwerke als auch für Photovoltaik-Freiflächenanlagen sowie für Wärmepumpen im Bereich der Wärmeversorgung. Wir setzen uns dafür ein, dass die sich aus diesen Potenzialen ergebenden Chancen genutzt werden.


Infrastruktur – fit machen


Unsere Wasser- und Abwasserinfrastruktur ist in die Jahre gekommen. Eine sichere funktionsfähige Wasser- und Abwasserversorgung gehört zur Daseinsvorsorge und ist Pflichtaufgabe jeder Gemeinde. Der große Sanierungsbedarf wurde bereits 2015 in einem Gutachten festgestellt. Wir setzen uns für einen langfristigen Sanierungsfahrplan ein, der mögliche Synergien im Zuge anderer Baumaßnahmen (z.B. Bau von Wärmenetzen, notwendige umfassende Sanierung von Straßen) berücksichtigt.

Bei der Finanzierung von Sanierungsmaßnahmen wollen wir alle Möglichkeiten ergebnisoffen prüfen. Eine frühzeitige und transparente Kommunikation zu den finanziellen Auswirkungen für die Bürgerinnen und Bürger ist uns wichtig. Ein weiteres Zögern angesichts der notwendigen Investitionen in unsere Infrastruktur ist für uns keine Option. Je länger wir warten, desto größer werden die finanziellen Belastungen.


Kommunale Wärmeplanung – umsetzen


Die letzten Jahre haben deutlich gemacht, wie stark wir im Wärmesektor von Öl und Gas abhängig sind.
Wir erleben, wie politische Krisenherde in der Welt zu ungeahnten Preissteigerungen führen. Diese Gefahr besteht auch weiterhin. Wenn es uns gelingt, diese Abhängigkeiten zu reduzieren und in Zukunft ganz zu überwinden, profitieren wir alle davon.


Für den wichtigen Bereich der Wärmeversorgung hat die Marktgemeinde mit der kommunalen Wärmeplanung einen ersten Schritt getan. Die Ergebnisse liegen nun vor und es kommt jetzt darauf an diesen Weg weiterzugehen und erfolgreich umzusetzen.

Für Heroldsberg, Großgeschaidt und Kleingeschaidt bedeutet dies konkret: In den Ortsgebieten, in denen günstige Voraussetzungen für ein Wärmenetz vorliegen, setzen wir uns für eine frühzeitige und umfassende Bürgerbeteiligung ein. Dabei ist Transparenz ein zentraler Erfolgsfaktor. Zusammen mit den Bürgerinnen und Bürgern kann diese zukunftsweisende Erneuerung der Wärmeversorgung gelingen. Für Ortsgebiete, in denen nicht zu erwarten ist, dass Wärmenetze entstehen werden, braucht es gleichermaßen klare Informationen. Eigentümerinnen und Eigentümer müssen sich frühzeitig darauf vorbereiten können.


In der Beratung und Information zu energetischen Themen – gerade auch im Wärmebereich – sehen wir eine wichtige Aufgabe, um die Bürgerinnen und Bürger auf diesem Weg zu unterstützen. Die niederschwelligen und praxisorientierten Informationsangebote zu diversen Energiethemen durch lokale Initiativen leisten dazu einen wertvollen Beitrag.


Mobilität – gewährleisten


Nach wie vor fehlt ein Radweg nach Nürnberg. Für Berufspendler und Freizeitradler ist eine attraktive und sichere Verbindung nach Nürnberg längst überfällig. Dieses Projekt hat weiterhin hohe Priorität für uns. Wir bleiben dran!


Der Zustand der Gräfenbergbahn ist oft eine Zumutung. Viele Menschen sind auf diese Bahnverbindung angewiesen und Verlässlichkeit ist im öffentlichen Nahverkehr unverzichtbar. Die grundlegende Sanierung der Gräfenbergbahn ist dringend erforderlich. Wir werden uns dafür einsetzen und dies immer wieder anmahnen.


Für eine zukunftsweisende, attraktive und nachhaltige Mobilität unterstützen wir die Bemühungen für den Ost-Ast der Stadt-Umland-Bahn.


Ortsentwicklung – gestalten


Wohnraum ist auch in Heroldsberg knapp. Wir befürworten eine maßvolle Nachverdichtung, die den Grad der Versiegelung auf ein verträgliches Maß beschränkt.


Neuer Wohnraum soll innerhalb der bestehenden Bebauung geschaffen und die Bebauungsgrenzen nicht weiter ausgedehnt werden. Bei der Planung der weiteren Wohnbebauung kommt dem Sozialen Wohnungsbau eine bedeutsame Rolle zu, damit bezahlbarer Wohnraum in Heroldsberg geschaffen wird. Mehrgenerationenhäuser sehen wir als zukunftsweisende Lebensform für ein gutes Miteinander von Jung und Alt.


Der Bedarf an Pflegeplätzen für die stationäre sowie die Tagespflege wird weiter zunehmen. Wir unterstützen die laufenden Planungen für ein Pflegeheim sowie eine Tagespflegeeinrichtung.


Wir stärken lokales Gewerbe und Handwerk, damit unsere Gemeinde lebendig bleibt, Arbeitsplätze gesichert werden und regionale Wertschöpfung wächst.